Freitag, 11. Januar 2008

Die ISS als Morgenstern

Gestern Morgen haben wir etwas Lustiges gesehen: Halb acht, der Himmel grünblau und glasklar, die Sonne noch hinter dem Monte Generoso. In Richtung Süden steht ein grosser, heller Stern, könnte auch die Venus sein, bewegt sich aber unverkennbar und sogar ziemlich schnell. Durchs Fernglas sieht man sogar, dass der Stern eine längliche Ausdehnung hat, die man mit etwas Phantasie, und wir waren ja zu zweit, als Sonnensegel der ISS interpretieren konnte! Heute war leider nichts, Wolken und sogar Regen, vielleicht morgen wieder?

Freitag, 4. Januar 2008

Föhn in den Alpentälern, Schnee im Tessin

Ich komme eben vom Schneeschaufeln. Es sind zwar nur einige Zentimeter, aber klatschnass und bleischwer. Die Mimose von Schnee freizuhalten hat Dieter übernommen, die Oleander sind zusammengebunden und alles andere veträgt es. Aber die lange Treppe und der Garagenplatz haben mir vollkommen ausgereicht, und sind auch schon wieder weiss! Was jetzt voll zum Tragen kommt ist der Khakibaum aus dem Post mein Geburtstagsbaum. Heute Morgen waren schon Buchfinken, Kohlmeisen und ein Rotkelchen da. Als das Rotkelchen auf unserer Mauer, die mit Mönch-und-Nonnen Ziegeln gedeckt ist, Zwischenhalt gemacht hat, hat ihm der Schnee bis über den Bauch und an die Flügel gereicht. Die Khaki sind unterdessen mehrmals gefroren und ganz schlampig und weich.

Montag, 31. Dezember 2007

Silvesterspaziergang

Heute Morgen sind Gisela und ich hinter dem Haus im Wald spazieren gegangen. Da es hauptsächlich Kastanien sind, auch etwas Buchen und Eichen, haben die Bäume die Blätter abgeworfen und die Sonne scheint bis auf den Waldboden; es war herrlich warm. Es war aber auch herrlich steil und so habe ich ziemlich geschnauft. Und plötzlich habe ich penetranten Wildschweingeruch geschnauft und habe das auch mitgeteilt. Gisela guckt um sich und sagt: "Guck da, warum es so stinkt!" Da läuft doch eine Wildschwein- Rüsselspur etwa hundert Meter weit am rechten Wegbord entlang, ganz frisch aufgewühlt und noch ganz feucht. Hier der Blick zurück.

Mittwoch, 26. Dezember 2007

Weihnachten

Sehr schöne, friedliche Weihnachten. Markus und Monica waren am Wochenende da, Gisela schon seit Samstag und bleibt bis nach Neujahr. Mein begeisterndstes Geschenk haben Monica und Markus bekommen, aus gegebenem Anlass; findet im April statt und wird ein Mädchen. Als ich mit Stricken angefangen habe, habe ich letzteres noch nicht gewusst, so brauchte ich nicht rosa zu stricken. Hier ist es, eine Decke, ein Pulli und Schühchen:


Den Pulli zeige ich euch noch separat:


Die Decke hat Monica genau genommen zum Geburtstag bekommen; der ist nämlich am 24. Dezember. Fällt mir ein, dass ich den auch in meiner Geburtstagsliste vom 10. März eintragen muss. Schon geschehen, aber da fehlen mir immer noch einige!

Sonntag, 25. November 2007

Im Garten

Ich nehme alles zurück, was ich gestern gesagt habe von wegen draussen pfui. Ich war heute morgen im Garten und es war herrlich! Habe die kahlen Äste der Trompetenbäume entlang der Terrasse abgeschnitten. Ja, ja, ich weiss, es ist Sonntag, aber es konnte mich ja keiner sehen, die waren ja alle in der Kirche. Es hat zwei riesige Haufen gegeben; ich bin gar nicht sicher, dass ich die so zusammenbinden kann, obschon ich da unterdessen gewaltig Übung habe, bei dem Garten. Sonst werden es halt vier Bündel. Ausserdem habe ich nochmals einen 110 L Kehrichtsack voll Bohnen geerntet, Das sind die Samenstände der Trompetenbäume; bis zu 30 cm lange Bohnen mit Tausenden von Flugsamen, drei bis fünf am vorderen Ende jedes grösseren Astes. Vor Wochen, als die Blätter noch dranwaren, habe ich schon eine Bohnenaktion gestartet und alle abgeschnitten, die ich erreichen konnte (gute zwei 110 L Säcke voll), damit sie nicht den ganzen Garten „versamen“, ich kämpfe sowieso schon ganzjährig gegen die wilde Trompetenbaumkultur. Heute habe ich die Bohnen mit Gretas Blumenschere abgeschitten, die in der obersten Schublade des Liseusli zum Vorschein gekommen war; die schneidet wie der Teufel, aber sie ist ja ihr Lebtag mit Blumenscheren umgegangen.

Bei der Arbeit habe ich gesehen, dass nicht nur die Haselzötteli schon ganz dick sind, sondern auch die Kamelie nach der Mauer zu blüht und die Blütenansätze der Mimose ihre Knöllchen schon aktiviert haben. Wenn es noch eine Weile so warm bleibt, haben wir hier Frühjahr, was man sich ja nicht ernsthaft wünschen kann.

Samstag, 24. November 2007

Draussen pfui, aber drinnen hui!

Während draussen langsam Schluss ist mit blühen, ist, very timely, in meinen zwei Orchideen-Vitrinen die Hauptblühzeit angebrochen. Die Orchidee hier ist gerade am Aufblühen, unsere vorwitzigste. Sie ist eine Hybride und heisst „fireball“, was ich nicht sehr treffend finde. Sowieso habe ich mit ihr ein Problem; sie hat jetzt jedes Jahr geblüht, wobei die Blüten jedes Jahr ein bisschen grösser geworden sind, was natürlich schön ist. Andererseits ist auch der Pseudobulbus, der die Rispe an seinem oberen Ende trägt, jedesmal länger geworden, dies Jahr etwa 60 cm und damit absolut am oberen Limit meiner Vitrine. Ich musste schon jetzt den Topf kippen, damit die Blüte überhaupt noch reinpasst. Dadurch ist sie allerdings auch aus dem Lampenfokus gerückt, was natürlich wiederum gut ist (nicht für das Foto aber für die Blüte); man kann wohl einfach nicht alles haben...

Sonntag, 18. November 2007

Mein Geburtstagsbaum

Für Weihnachtsbäume ist es noch ein bisschen früh, genau richtig ist es jedoch für meinen Geburtstagsbaum. Dass ich so etwas habe weiss ich erst, seit wir im Tessin wohnen, denn der November ist so ungefähr der einzige Monat, der uns nie im Tessin gesehen hat. Pünktlich zu meinem Geburtstag haben die Khakibäume ihre Blätter abgeworfen und lassen ihre orangeroten Kugeln leuchten. Geerntet werden die Früchte normalerweise nach dem ersten Frost, so dass die meisten Bäume kurz nach meinem Geburtstag abgeerntet sind.

Eine Ausnahme macht unser Nachbar. Sein Khakibaum steht genau vor meinem Küchenfenster. Während der letzten Tage hat er sein farbiges Laub abgeworfen und hat wunderschön ausgesehen, mein Paradegeburtstagsbaum. Am Mittwoch gegen Abend jedoch hat der Nachbar beschlossen, seine Khakis zu ernten; entweder kochen sie Konfi oder er legt sie irgendwo aus zum ausfrieren. Das ist eine weitverbreitete Art, ein paar Wochen lang immer reife, heisst ausgefrorene Khakis griffbereit zu haben; ich sehe überall auf Fenstersimsen und Gartentischen Khakis liegen. Dieser unser Nachbar ist aber ein untypischer Tessiner; ein sehr systematischer Mann. So hat er den Baum nicht einfach leergepflückt, hat auch nicht an einer Seite, zum Beispiel dort, wo er gut beikann, alles abgeerntete, nein, er hat gleichmässig am ganzen Baum die Früchte ausgedünnt und den Rest für die Vögel hängen gelassen. Das hat er schon die vergangenen Jahre gemacht. So ist sein Khakibaum gleichzeitig mein Vogelhäuschen; den ganzen Winter sehe ich die unterschiedlichsten Vögel hier fressen. Vielleicht kann ich euch im Laufe des Winters einige zeigen. Also hier ist sein Baum am 17. November 2007:


Und so können sie auch aussehen, vor dem Pflücken: