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Samstag, 12. Januar 2008

"Gartenarbeit"

Von wegen heute vielleicht die ISS wieder sehen - der Himmel ist verhangen und herunter kommt was man in Bern Pflotsch nennt; Halbgefrorenes, das auf allem klebenbeibt. Dann Űbergang zu Regen, aber die bereits vielbesungene Mimose biegt sich bis auf den Boden. Ich also in die Wanderschuhe und den Kaputzenmantel. Zuerst räumen und den Pflotsch von den Pflanzen schütteln, zuletzt mit Dieters Hilfe die Mimose ans obere Terrassengeländer hochbinden (Geländesteigung etwa 45°, aber hinter der Mimose ist schon ein 10-cm-Pfahl eingerammt, der hält auch mich). Ein Ast war nicht mehr zu retten, der steht jetzt in Mü's Bodenvase im Wohnzimmer. Die restliche Mimose sieht besser aus als vorher, aber der Winter hat möglicherweise gerade erst angefangen...

Freitag, 4. Januar 2008

Föhn in den Alpentälern, Schnee im Tessin

Ich komme eben vom Schneeschaufeln. Es sind zwar nur einige Zentimeter, aber klatschnass und bleischwer. Die Mimose von Schnee freizuhalten hat Dieter übernommen, die Oleander sind zusammengebunden und alles andere veträgt es. Aber die lange Treppe und der Garagenplatz haben mir vollkommen ausgereicht, und sind auch schon wieder weiss! Was jetzt voll zum Tragen kommt ist der Khakibaum aus dem Post mein Geburtstagsbaum. Heute Morgen waren schon Buchfinken, Kohlmeisen und ein Rotkelchen da. Als das Rotkelchen auf unserer Mauer, die mit Mönch-und-Nonnen Ziegeln gedeckt ist, Zwischenhalt gemacht hat, hat ihm der Schnee bis über den Bauch und an die Flügel gereicht. Die Khaki sind unterdessen mehrmals gefroren und ganz schlampig und weich.

Sonntag, 25. November 2007

Im Garten

Ich nehme alles zurück, was ich gestern gesagt habe von wegen draussen pfui. Ich war heute morgen im Garten und es war herrlich! Habe die kahlen Äste der Trompetenbäume entlang der Terrasse abgeschnitten. Ja, ja, ich weiss, es ist Sonntag, aber es konnte mich ja keiner sehen, die waren ja alle in der Kirche. Es hat zwei riesige Haufen gegeben; ich bin gar nicht sicher, dass ich die so zusammenbinden kann, obschon ich da unterdessen gewaltig Übung habe, bei dem Garten. Sonst werden es halt vier Bündel. Ausserdem habe ich nochmals einen 110 L Kehrichtsack voll Bohnen geerntet, Das sind die Samenstände der Trompetenbäume; bis zu 30 cm lange Bohnen mit Tausenden von Flugsamen, drei bis fünf am vorderen Ende jedes grösseren Astes. Vor Wochen, als die Blätter noch dranwaren, habe ich schon eine Bohnenaktion gestartet und alle abgeschnitten, die ich erreichen konnte (gute zwei 110 L Säcke voll), damit sie nicht den ganzen Garten „versamen“, ich kämpfe sowieso schon ganzjährig gegen die wilde Trompetenbaumkultur. Heute habe ich die Bohnen mit Gretas Blumenschere abgeschitten, die in der obersten Schublade des Liseusli zum Vorschein gekommen war; die schneidet wie der Teufel, aber sie ist ja ihr Lebtag mit Blumenscheren umgegangen.

Bei der Arbeit habe ich gesehen, dass nicht nur die Haselzötteli schon ganz dick sind, sondern auch die Kamelie nach der Mauer zu blüht und die Blütenansätze der Mimose ihre Knöllchen schon aktiviert haben. Wenn es noch eine Weile so warm bleibt, haben wir hier Frühjahr, was man sich ja nicht ernsthaft wünschen kann.

Sonntag, 18. November 2007

Mein Geburtstagsbaum

Für Weihnachtsbäume ist es noch ein bisschen früh, genau richtig ist es jedoch für meinen Geburtstagsbaum. Dass ich so etwas habe weiss ich erst, seit wir im Tessin wohnen, denn der November ist so ungefähr der einzige Monat, der uns nie im Tessin gesehen hat. Pünktlich zu meinem Geburtstag haben die Khakibäume ihre Blätter abgeworfen und lassen ihre orangeroten Kugeln leuchten. Geerntet werden die Früchte normalerweise nach dem ersten Frost, so dass die meisten Bäume kurz nach meinem Geburtstag abgeerntet sind.

Eine Ausnahme macht unser Nachbar. Sein Khakibaum steht genau vor meinem Küchenfenster. Während der letzten Tage hat er sein farbiges Laub abgeworfen und hat wunderschön ausgesehen, mein Paradegeburtstagsbaum. Am Mittwoch gegen Abend jedoch hat der Nachbar beschlossen, seine Khakis zu ernten; entweder kochen sie Konfi oder er legt sie irgendwo aus zum ausfrieren. Das ist eine weitverbreitete Art, ein paar Wochen lang immer reife, heisst ausgefrorene Khakis griffbereit zu haben; ich sehe überall auf Fenstersimsen und Gartentischen Khakis liegen. Dieser unser Nachbar ist aber ein untypischer Tessiner; ein sehr systematischer Mann. So hat er den Baum nicht einfach leergepflückt, hat auch nicht an einer Seite, zum Beispiel dort, wo er gut beikann, alles abgeerntete, nein, er hat gleichmässig am ganzen Baum die Früchte ausgedünnt und den Rest für die Vögel hängen gelassen. Das hat er schon die vergangenen Jahre gemacht. So ist sein Khakibaum gleichzeitig mein Vogelhäuschen; den ganzen Winter sehe ich die unterschiedlichsten Vögel hier fressen. Vielleicht kann ich euch im Laufe des Winters einige zeigen. Also hier ist sein Baum am 17. November 2007:


Und so können sie auch aussehen, vor dem Pflücken:


Mittwoch, 14. November 2007

Ein Vogelnest vom vergangenen Sommer


Heute habe ich im Garten gekratzt, Abgeblühtes abgschnitten und Laub zusammengerecht; es war wunderschön sonnig und warm. Mit dem Laub unter der grossen Kamelie ist dieses wunderhübsche Nestchen zum Vorschein gekommen. Dieter meint, es ist das Nestchen einer Grasmücke, obschon die normalerweise weniger ordentlich aussehen. Aber erstens war den ganzen Sommer ein Dorngrasmückenpaar im Garten unterwegs und wir hatten den Eindruck, sie wohnen in der Kamelie. Genau konnte man das nie sehen, weil die Kamelie so dicht ist. Irgendwann waren die Eltern eifach mit den Jungen in den Büschen unterwegs. Ausserdem ist das Nestchen ausschliesslich aus Palmenfasern gebaut (unmittelbar neben der Kamelie steht eine Palmengruppe) und dadurch hat es diese völlig regelmässige Struktur erhalten.

Wie alles Schöne, was ich finde, hat es jetz für eine Weile einen Ehrenplatz auf der Truhe im Wohnzimmer.

Sonntag, 23. September 2007

Basilikumzikaden nachgeholt

Am Samstag habe ich versprochen, von dem lustigen Völkchen zu erzählen, das mein Basilikum bewohnt. Hinter dem Haus, wo die Sonne erst abends hinkommt, habe ich auf einer dreistufigen Treppe, wie ihr sie bestimmt aus dem Gartencenter kennt, drei Blumenkisten und darin meine Küchenkräuter. Ausser Rosmarin und Salbei, die stehen im Garten, vorne in der Sonne.

Am Morgen sitzen die Zikaden auf den Blättern und fressen wohl auch, denn ich sehe die Löcher. Allerdings sind diese sicher nicht alle von den Zikaden gefressen; tagsüber sind oft auch kleine Heuschrecken da. Die Zikaden gerade umgekehrt, die sind tagsüber oft nicht da und trudeln erst am Nachmittag wieder ein. Es sind insgesamt sicher ein Dutzend und ich glaube, es sind langsam immer mehr geworden. Auch sitzen sie nie anderswo als auf dem Basilikum, da gäbe es ja auch glattblättrigen Peterli, Rucola, Bohnenkraut, Thymian und eine Handvoll Veilchen. Auch vom roten Basilikum wollen sie nichts wissen; grünes Basilikum ist ihr Zuhause.

Gegen Abend sitzen sie mit der Nase gegen einen Stengel (ich weigere mich standhaft, Stängel zu schreiben), am liebsten unterhalb eines Blattes und seit es kälter geworden ist, sitzen sie nachts meist an den Stengeln selbst, davon gibt es leider kein Foto. Ihr werdet mit mir übereinstimmen, es sind richtige Designermodelle!

Donnerstag, 6. September 2007

Mimose im Spätsommer

Das Bild da rechts oben irritiert mich schon seit einer Weile. Allerdings, mit dem eigentlich vorgesehenen Familienfoto bin ich keinen Schritt weitergekommen. Die bisher einmalige Chance, leicht dazuzukommen, hat Markus mir vermasselt. Schwamm drüber, es dauert halt noch eine Weile.

Unterdessen kann ich euch etwas Űberraschendes zeigen, nämlich wie die Mimose jetzt aussieht:


Mit dem Bereitstellen der Blüten hat sie schon vor Wochen angefangen, Unterdessen wächst sie munter weiter und bildet an den neuen Trieben immer sofort Blütenknospen. Wir haben sie im Herbst vor einem Jahr gepflanzt und jetzt ist sie schon über mannshoch und, da wir ihr rechtzeitig den Haupttrieb gekürzt haben, schön buschig. Vor Wintereinbruch werden wir ihr einen Schneeschutz verpassen müssen, das macht aber Gott sei Dank Dieter. So ist sie den ganzen Winter in den Startlöchern und kann mit Beginn des Frühlings sofort ihre gelben Pompons ausfahren.

Dienstag, 21. August 2007

Feigendieb

Jemand dezimiert unsere Feigen. Dabei muss man dem Dieb noch gewissermassen Anerkennung zollen: Erstens beisst er sie immer auf der uns abgewandten Seite an, wir haben es erst bei der zweiten oder dritten überhaupt bemerkt. Zweitens frisst er immer die reifste; einmal war er nicht sicher, da hat er zwei angebissen, um dann die reifere halb abzufressen. Wer der Lump ist, wissen wir natürlich nicht. An sich sind immer Marder unterwegs, was man an den Markierungshäfchen rings ums Haus sieht und einige der Häufchen sind in letzter Zeit auch mit Feigenkernen angereichert. Andererseits gibt es jetzt überall Feigen und die Fressspuren an dem Belegexemplar, das ich euch hier zeige, sind eigentlich zu klein für einen Marder. Also eher ein Siebenschläfer, ghiri (phonetisch giiri) heissen die lautmalerisch in Italienisch. Wir haben beschlossen, auf nächstes Jahr zu vertrauen; Feigenbäume sind hier Unkraut und bis da ist der Baum so gross, dass es für die ghiri und uns reicht.



Sonntag, 1. Juli 2007

Wohnungserweiterung

Am letzten Wochenende hatte ich eine Staridee: ich habe eines unserer 3x3 m Partyzelte aus dem Keller geholt, in der Ecke unserer riesigen Granitplatten-Terrasse aufgestellt und am Geländer festgezurrt. Da wir so auch bei Gewitterdrohung (was diesen Sommer mehr die Regel als die Ausnahme zu sein scheint) alles stehen lassen können, haben wir jetzt zusätzlich ein Sommerzimmer im Grünen.

Freitag, 8. Juni 2007

Die Kastanien blühen

Obwohl es im April schon einmal Sommer gewesen ist, tut sich dieser jetzt sehr schwer, bei uns offenbar noch schwerer als anderswo. Immer wieder gibt es lange Gewitterperioden und Abkühlung. Der Natur allerdings scheint dies gar nicht schlecht zu gefallen; alles wächst wie verrückt und ich fahre alle paar Wochen ein Auto bis unters Dach voll mit Abgeschnittenem auf den Grünmüll der Gemeinde.

Auch das eigentliche Fanal des Sommeranfangs im Tessin, die Kastanienblüte, ist endlich eingetreten. Die Kastanien sind die allerletzten Bäume im Frühjahr, die grün werden, noch nach den Nußbäumen, aber jetzt ist die gelbe Front ihrer Blüte innerhalb weniger Tage die Hügel hochgelaufen und die ganze Gegend duftet aromatisch. Dieser hier steht genau vor meinem Küchenfenster über dem Strässli, das die Via Soriscio ist, im Nachbarsgarten. Ich zeige ihn euch im Herbst wieder, wenn die Hunde nicht mehr hier durchlaufen wollen, weil das ganze Strässli voller Igel liegt.